Arbeiten und leben im historischen Gebäude an der Neugasse 55.
Aktuelle AngeboteDer Konsumverein St. Gallen
wurde 1871 ins Leben gerufen, mit dem Zweck der Bevölkerung günstige
Lebensmittel zu verkaufen.
1872 wurde der Verein in eine
Aktiengesellschaft umgewandelt. Es wurden für
Fr. 125'000 Aktien mit einem
Nominalwert von Fr. 5.00 zur Zeichnung aufgelegt.
Im Jahre 1918 wurde das
Aktienkapital auf Fr. 250'000 erhöht.
Im Jahre 1876 wurden die
Liegenschaften «zur Waage» und «zur Garbe» im Zentrum von St. Gallen gekauft.
Die alten Gebäude wurden abgebrochen und es entstand ein respektabler Bau an
der Neugasse 55, geplant vom Architekten Wendelin Heene.
Die Fertigstellung war
1904, was auf der Westseite des Gebäudes ersichtlich ist.
Dieses historische Gebäude ist
noch die einzige Liegenschaft, welche sich im Besitze der Immobilien AG des
Konsumvereins St. Gallen befindet.
Der gleiche Architekt baute auch das Verwaltungsgebäude und
das Bäckereigebäude an der Teufenerstrasse 15 + 17, welche im Jahre 1901
fertiggestellt wurden. In seinem langen Bestehen kaufte
und erstellte der Konsumverein diverse Gebäude, in welchen dann
Lebensmittelgeschäfte betrieben wurden.
Das Betriebsgelände des Konsumvereins befand sich zwischen
Teufenerstrasse und Wassergasse.
Im Gebäude, Teufenerstrasse 15 war die Verwaltung
untergebracht, sowie in 2 Kellergeschossen die grossen Weinkeller mit riesigen
Holzfässern für die Lagerung des Weines. Der Wein wurde im Güterbahnhof in
Zisternenwagen angeliefert, danach in Fässer auf Lastwagen gepumpt und in den Holzfässern
in den Kellern der Teufenerstrasse 15 eingelagert. Auch das Pflichtlager (Mehl,
Zucker, Salz etc.), das während der Kriegsjahre geführt werden musste, war in
diesem Gebäude. Zudem wurde im Verwaltungsgebäude auch ein Verkaufsladen
geführt.
An der Teufenerstrasse 17 befand sich im Erdgeschoss die
Bäckerei. Auf dem
1. Stockwerk oberhalb der Bäckerei war die
Bereitstellungshalle mit Laderampe für Lastwagen, welche die Lieferungen an die
Verkaufslokale vornahm. Die weiteren 3 Stockwerke enthielten Lebensmittel- und
Materiallager.
Im Keller befand sich die Kaffeerösterei. Der Konsumverein
hatte also auch eigenen Kaffee. Im Gebäude Wassergasse 50, war das Lager und die
Auslieferung für Teigwaren und Eier. Im 1. Stock war die betriebseigene
Schreinerei untergebracht. An der Wassergasse 52 befand sich der Käsekeller und ein
weiteres Lebensmittellager.
Das letzte Gebäude auf dem Betriebsareal war die
Küferei mit einem kleinen Weinkeller. Der Konsumverein arbeitete bis in die 60er Jahre recht erfolgreich.
Danach gings leider nicht mehr gut.
Die Konkurrenz von Coop, Migros etc. war
schlicht zu gross. Der Konsumverein verpasste den Wechsel von der Bedientheke
zur Selbstbedienung.
Von 1944 – 1967 schüttete der Konsumverein 7.14 % resp.
Fr. 0.36 pro Aktie aus.
Ab 1968 waren die Verluste des Handelsgeschäftes so gross,
dass keine Dividende mehr ausgeschüttet wurde. Zuerst wurden die Gebäude
aufgewertet, um die Bilanz besser dastehen zu lassen. Es wurde versucht das
Geschäft doch noch über die Runde zu bringen.
Um die Verluste des Handelsgeschäftes zu decken, wurden 11 eigene
Liegenschaften verkauft.
Als Letztes wurde 1972 das Betriebsgelände an die PTT
verkauft, mit insgesamt
5 Gebäuden.
Das gesamte Handelsgeschäft wurde 1972 liquidiert, das
Personal gekündet und die noch vorhandenen Materialien verkauft. Die Liegenschaft Neugasse 55 in St. Gallen blieb im Besitz des
Konsumvereins.